Kucoin Futures - Denkfehler oder Berechnung falsch?

Hallo zusammen,

ich schildere mal mein Problem:

Ich handele seit einigen Monaten auf der Plattform Kucoin mit Futures. Mein Steuerbericht für 2025 gibt mir aus, ich hätte ca. 12000€ Gewinn gemacht (§20 EStG - Kapitalerträge). Das machte mich stutzig und kam mir zu viel vor. Ich weiß ja noch grob, welche Summen ich auf der Plattform hatte.

Also habe ich mal alle Position aus Kucoin in Excel übertragen und nachgerechnet. Ich komme auf ca. 8000€ Gewinn (Den Dollar-Euro Umrechnungskurs habe ich dabei nicht immer tagesaktuell genommen, aber dadurch können ja keine 4000€ Unterschied entstehen, sondern maximal Summen im zweistelligen Bereich.)

Das gleiche im Jahr 2026: Ich sehe ja, was ich aktuell auf der Börse habe. Bislang habe ich bis heute etwa 2700€ Verlust gemacht beim Future Trading. Auch hier per Excel Tabelle nachgerechnet. Blockpit berechnet mir aber 4500€ Gewinn. (§20 EStG - Kapitalerträge)

Die Balance, die ich bei Blockpit auf Kucoin habe, stimmt. Keine Abweichungen. Auch die Transaktionen stehen meines Wissens alle komplett drin und wurden per API eingebunden.

Wo ist mein Denkfehler, wenn ich denn einen habe?

Und warum, werden mir, wenn ich mal bei Bericht „§20 EStG - Kapitalerträge“ anklicke nur die Kategorien „Derivative Profit“ und „Derivative Loss“ angezeigt und die Kategorie „Derivative Fee" steht unter der „§23 EStG - Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften“ mit Kostenbasis und Erlös. Wie kann man denn mit Fees Gewinn machen? Hä?

Ist mir gerade aufgefallen: Würde ich die „Derivative Fees" von meinen Gewinnen im Future Trading abziehen, käme ich übrigens näherungsweise an die Summen, die ich selbst berechnet habe. Aber warum stehen die dann auschließlich unter: „§23 EStG - Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften“?

Liebe Grüße, ich bin dankbar für jede Hilfe.

PS, falls das eine Rolle spielt: Ich sitze in Deutschland

Steuerlich bist Du in 2 Einkunftsarten unterwegs.

Futures = Kapitaleinkünfte

Fees bezahlt = Spekulationseinkünfte

Im Ergebnis verkauft man Krypto um die Fees zu bezahlen, was der Bundesfinanzhof als Spekulationseinkünfte angesehen hat.

Damit rechnet Blockpit konform mit der Rechtsprechung.

Noch ein PS: Durch die Abgeltungssteuer werden die Fees leider nicht als Werbungskosten bei den Kapitaleinkünften berücksichtigt.

Hallo Bitcoin-Tax,

erst mal vielen lieben Dank für deine Antwort.

Wenn das stimmt, kotze ich im Strahl. Ich muss da jetzt nochmal genauer nachfragen: Also der Staat möchte, dass ich Steuern für etwas bezahle, bei dem ich gar keinen Gewinn gemacht habe?

Mein konkretes Beispiel nochmal aus 2025: Ich habe 40 einzelne Future-Trades gemacht. Diese kosten mich an Gebühren etwa 100$ pro Trade. Also insgesamt 4000$. Diese 4000$ Gebühren mindern meinen Gewinn nicht um 4000$? Sondern es wird so getan, als hätte ich 4000$ mehr Gewinn gemacht und diese 4000$ werden dann zusätzlich nochmal besteuert? Habe ich das richtig verstanden? So berechnet es Blockpit bei mir gerade.

An vielen Stellen im Internet kann ich lesen, dass Gebühren mit dem erzielten Gewinn verrechnet werden.

Beispiel auf der Seite trading.de

Zitat:Kann man Futures Gebühren von der Steuer absetzen?

Ja, Gebühren im Zusammenhang mit Futures Trading können in Deutschland steuerlich geltend gemacht werden. Dazu zählen beispielsweise Ordergebühren, Spreads, Finanzierungskosten und Börsengebühren.

Diese Kosten mindern den erzielten Gewinn und reduzieren damit die steuerliche Bemessungsgrundlage. Allerdings müssen die Gebühren direkt mit den Termingeschäften in Verbindung stehen.

Quelle: Futures Trading Steuern in Deutschland einfach erklärt

Ist das also vollkommener Quatsch und nicht gültig?

Also keine Ahnung, ob das jetzt steuerrrechtlich ok ist, aber wenn ich alle als „Derivative Fees" gelabelte Transaktionen umlabele als „Derivative Loss“, stimmt die Abrechnung.

Vielleicht für den ein oder anderen interessant, der die gleiche Probleme hat wie ich.