Den Hinweis zur Depottrennung (auf Englisch Integration-Based Cost Tracking) halte ich für einen der wichtigsten Hinweise, den man vor der Erstellung der Integrationen berücksichtigen sollte. Der Vorteil von Depottrennung ist der Grund, warum ich den Import per Excel dem Import per API vorziehe.
Depottrennung bedeutet nicht nur, dass man Datenquellen trennt, sondern eventuell auch Aktivitäten innerhalb einer Datenquelle trennen sollte. Darum soll es hier gehen:
Ich vermute, dass viele sich nicht dafür interessieren, wie die FIFO Methode mathematisch funktioniert. Man sollte zumindest die Idee dahinter verstehen, denn die Anschaffungskosten werden nur richtig berechnet, wenn man mitdenkt, und die Transaktionen von bestimmten Börsen auf mehrere Integrationen aufteilt.
Der automatische Import suggeriert einem wenig Aufwand. Das mag bei Blockchain und Wallet Integrationen vielleicht der Fall sein, aber bei Börsen wie KuCoin, in denen man unterschiedliche Aktivitäten durchführt, kann die fehlende Trennung die Berechnung der Anschaffungskosten verfälschen.
(Ich empfehle KuCoin nicht unbedingt, aber das ist die Börse, an der ich am meisten gehandelt habe. Deswegen gebe ich die Erfahrung damit weiter.)
Beispiel:
Du verkaufst auf dem Spotmarkt ETH für 500 USDT. Danach verkaufst du im Margin Trading Konto ONDO für 400 USDT. Danach zahlst du im Margin Trading Konto 400 USDT für ein Darlehen zurück. In Blockpit wird das mit 3 Transaktionen dargestellt: Trade, Trade, und Repay Loan. Ohne Depottrennung würde Repay Loan den Euro-Marktwert der eingegangenen 500 USDT als Anschaffungskosten heranziehen. Mit Depottrennung würde Repay Loan den Euro-Marktwert der eingegangenen 400 USDT als Anschaffungskosten heranziehen.
Weiteres Beispiel:
Du kaufst 3 ETH für 11700 USDT. Danach startest du einen Bot, der ETH automatisiert tradet. Ohne Depottrennung würden Botverkäufe zuerst den Euro-Marktwert der eingegangenen 3 ETH als Anschaffungskosten heranziehen. Mit Depottrennung würden Botverkäufe den Euro-Marktwert der eigenen ETH Käufe als Anschaffungskosten heranziehen.
Ich kann mir aufgrund der genannten Beispiele nicht vorstellen, dass Blockpit eine KuCoin API-Integration steuerlich richtig auswertet. Man sollte in mindestens 3 manuelle Integrationen aufteilen: Spotmarkt, Marging Trading und Bots.
Ich arbeite deswegen mit Excel Import. Ich sehe im Moment keine andere Lösung für KuCoin.
In der Anleitung ist zu sehen, dass KuCoin für die unterschiedlichen Aktivitäten separate APIs anbietet, aber offenbar nicht zum Auslesen von Daten. Schade.
Falls ich irgendwas übersehen habe, korrigiert mich bitte.